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Wippe für Angsthasen

Für meinen und auch bestimmt viele andere Hunde, gibt es beim Agility kein schlimmeres Gerät als die Wippe. Es geht schräg nach oben, es wackelt und macht einen Höllenlärm. Vorallem wenn man mit einem schon erwachsenen Hund mit Agility anfängt, der die Wippe vielleicht nicht schon vom Welpenalter an kennengelernt hat, kann die Wippe problematisch sein. So wie bei uns. Es kann aber auch sein, dass die Wippe immer super geklappt hat und von einem Tag auf den nächsten findet der Hund die Wippe total kacke. Man weiß nicht genau warum, aber es reicht da schon ein Sandkorn auf der Wippe das den Hund in der Pfote gepiekst hat und schon ist dieses Gerät furchtbar grauenvoll.

Ich stelle euch heute 3 unterschiedliche Methoden vor, die ich auch selber bei meiner Hündin versucht habe, damit euer Hund die Wippe lieben lernt. Und ich verrate euch, welche bei uns am besten funktioniert hat.

Methode 1: Das Bang Game

Das größte Problem haben die meisten Hunde vermutlich mit dem lauten Knall den es gibt, wenn die Wippe am anderen Ende aufprallt. Meine Hündin Neli ist sowieso empfindlich was laute Geräusche angeht und deshalb hat ihr am Anfang der laute Knall glaube ich am meisten Angst gemacht. Für das Bang Game, also zu deutsch das Knall-Spiel, braucht ihr nicht unbedingt eine richtige Wippe. Hier reicht schon ein etwas dickeres Brett und ein Stein oder etwas ähnliches um die Wippbewegung hervorzurufen. Zu Beginn solltet ihr euren Hund erstmal dazu bringen mit den Vorderpfoten auf dem Brett zu stehen. Wenn er dies verstanden hat, könnt ihr das Brett wenige cm anheben und eurem Hund das Kommando geben, mit den Pfoten auf das Brett zu steigen. Sobald die Pfoten drauf sind lasst ihr das Brett los und belohnt euren Hund. Natürlich „knallt“ es aus dieser geringen Höhe noch nicht so laut wie wenn die Wippe aus voller Höhe auf den Boden aufschlägt, aber wir wollen ja langsam anfangen. Das wiederholt ihr so lange bis ihr das Gefühl habt, dass euer Hund vor diesem kleinen Geräusch keine Angst mehr hat. Dann könnt ihr die Höhe nach und nach immer weiter steigern und bald hat euer Hund dann auch verstanden, dass ja gar nichts schlimmes passiert, wenn es Bumm macht 🙂

Methode 2: Kissen stapeln

Das zweite Problem bei der Wippe ist für viele Hunde, dass sie sich ja zwangsläufig irgendwann bewegt, je weiter der Hund nach vorne läuft. Viele Hunde und auch Neli bleiben am Kipppunkt stehen und warten ganz gemütlich bis die Wippe am Boden ist um dann erst zur Kontaktzone zu gehen. Effektiver und schneller wäre es aber natürlich, wenn der Hund direkt bis zum Ende läuft und sich dann mit der Wippe „fallen lässt“. Ich kann aber jeden Hund verstehen, der diesen Kipppunkt gruselig findet, denn ich selber bin mal über die Wippe gelaufen um zu verstehen wie sich das anfühlt. Damit euer Hund den Kipppunkt nicht mehr auslotet sondern direkt bis zum Ende läuft, solltet ihr erstmal wenn ihr eine Wippe habt den Bock entfernen oder einfach ein langes Brett auf den Boden legen. Bei dem Brett aber einen Kontaktzonenersatz befestigen wie eine Decke oder so ähnlich. Lasst euren Hund zu Beginn einfach von einem Ende zum anderen über das Brett laufen. So lernt er erstmal, dass es nur was tolles gibt, wenn er auch wirklich bis zum Ende durchläuft. Für den nächsten Schwierigkeitsgrad schraubt ihr den Bock wieder an die Wippe ran und stapelt jetzt unter beiden Enden der Wippe einen Haufen Kissen, sodass das Brett immer noch senkrecht liegt. Auch hier das gleiche Spiel: Lasst den Hund von einem Ende zum anderen laufen und auch erst am Ende bekommt er die Belohnung. Sobald auch das trotz der Höhe kein Problem ist, könnt ihr damit anfangen 1 Kissen nur auf einer Seite wegzunehmen. So entsteht schon mal eine kleine Kippbewegung. Hier natürlich auch wieder den Hund von einem Ende zum anderen laufen lassen, bis er ohne zu zögern komplett durchläuft. Das steigert ihr so lange bis irgendwann keine Kissen mehr da sind. Falls es mal Rückschläge geben sollte, einfach wieder ein Kissen mehr drunter legen und nochmal üben.

Methode 3: Das Helferlein

Für die dritte Methode benötigt ihr ein Helferlein. Dieses Helferlein steht am Ende der Wippe und hält diese fest, damit sie NICHT kippt. Der Hund soll also erstmal nur bergauf laufen. Wenn euer Helferlein in Stellung gegangen ist, lauft zusammen mit eurem Hund auf die Wippe zu, so wie ihr das im Training/Turnier auch machen würdet. Sobald der Hund auf der Wippe ist lockt euer Helferlein den Hund mit ganz besonderen Leckerli zu sich ran, damit er auch hier bis zum Schluss durchläuft. Wenn euer Hund fertig mit Belohnung bekommen ist, hebt ihn von der Wippe und startet von neuem. So lernt er erstmal, dass überhaupt nichts schlimmes passiert, wenn man bergauf läuft. Wenn der Hund zuverlässig und ohne anzuhalten bis zum Ende zu eurem Helferlein durchläuft, wird der Hund am Ende belohnt und während er die Belohnung erhält, lässt das Helferlein langsam die Wippe nach unten. Unten angekommen direkt noch einen Keks rein. Hier kann man dann auch mit der Zeit die Geschwindigkeit mit der man die Wippe runterlässt erhöhen. Aber auch hier immer in kleinen Schritten arbeiten.

Welche Methode hat uns am besten geholten?

Ich muss sagen, dass wir mittlerweile bei der 3. Methode hängen geblieben sind. Für uns funktioniert sie momentan am besten, wobei wir auch noch weit entfernt davon sind, dass Neli die Wippe total feiert. Hier muss man einfach Geduld haben und dem Hund die Zeit lassen die er braucht. Irgendwann klappt dann auch das 🙂

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