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Häschen Hüpf

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„Vor“, „Tunnel“, „Weg“, „Auf“ das sind die Worte die wir jetzt häufiger in unserem Vokabular verwenden. Denn Neli und ich sind im April 2016 vom Fun-Agility Kurs in der Hundeschule in einen richtigen Agility Verein gewechselt. Dort haben wir auch am 18.06.2016 unsere Begleithundeprüfung bestanden.

Seither heißt es jeden Freitag ran an die Buletten und zum Training. Es ist schon ein großer Unterschied zum Training in der Hundeschule. Hier wird alles auf die passende Sprunghöhe verstellt, wo es in der Hundeschule alles immer sehr sehr niedrig lag, auch für die Large Hunde. Beim Training wird der Parcours passend zur Leistungsklasse aufgebaut und abgelaufen und das Training ist nicht nach einer Stunde vorbei, sondern geht auch durchaus mal länger. Achja und den Parcours müssen wir auch alle selber auf- und wieder abbauen.

Wie fing alles an?

Hätte es YouTube nicht gegeben, wüsste ich wahrscheinlich heute immer noch nicht das es Agility gibt. In unserer Familie sind alle Hunde reine Familienhunde und keiner hat was mit Sport am Hut. Deshalb bin ich erst auf diese Sportart gekommen, als ich ein YouTube Video von Crufts gesehen habe. Crufts ist die größte Dog Show der Welt und findet jedes Jahr in England statt. Ich fand es schon beeindruckend wie die Hunde durch diese riesen Arena zusammen mit ihrem Menschen durch den Parcours flitzten. Und da hatte ich die Idee, dass mit Neli auch mal auszuprobieren, denn Neli kann ganz schön schnell rennen und ist ja bekanntlich ein kleines Energiebündel.

Erste Trainingseinheiten

Das erste Mal zum Agi sind wir in der Hundeschule wo Neli auch zur Welpenschule gegangen ist. Allerdings wird da Agility auch wirklich nur als reine Freizeitbeschäftigung ohne Druck und Turniergedanken ausgeübt. Was man auch leider dem Platz und den Geräten deutlich angesehen hat, denn die waren schon etwas in die Jahre gekommen. Glücklicherweise hatte wenige Wochen später das neue Hundezentrum in unserer Nähe eröffnet und sind dann da mal zum Schnuppertraining gegangen. Und ja hier wollten wir bleiben. Die ersten Trainingseinheiten liefen recht gut, bis auf meine völlige Orientierungslosigkeit.

Langsam entwickelte sich aber bei Neli eine Null-Bock-Einstellung. In den darauffolgenden Trainings blieb sie immer vor jeder Hürde stehen, lief nicht mehr durch den Tunnel und die Wand hochlaufen wollte sie schon mal garnicht. Sie zeigte mir ganz deutlich was sie von diesem ganzen Quatsch hielt. Was war also die Lösung? Mit Neli an der Leine laufen, sodass sie keine Möglichkeit mehr hatte sich zu verweigern. Aber das war ja auch keine dauerhafte Lösung. Irgendwann muss die Leine ja auch wieder ab.

Der Tag der Zauberleckerli

Dann kam der Tag an dem der Knoten platzte. Ich bilde mir ein das es an ganz bestimmten Leckerli lag, die ich zum nächsten Training mitnahm. Ab zum Start, Leine ab, Leckerli in der Hand und los gings. Neli flog über die Hürden, lief mit einem Affentempo durch die Tunnel und sprang sogar durch den Reifen. Der war nämlich bis zu diesem Zeitpunkt einfach nur „der Feind“. Als „Zauberleckerli“ hatte ich einfach eine Probepackung geöffnet die ich am Wochenende zuvor auf der Hund & Katz Messe in Dortmund geschenkt bekommen hatte. Anscheinend waren die so toll, dass Neli ALLES dafür getan hätte. Aber auch hier verflog die Begeisterung für diese Leckereien nach wenigen Monaten. Neli lief zwar immer noch schön durch den Parcours, doch es glich eher einer Schnecke die die andere Straßenseite erreichen möchte. Alles andere als Schnell.

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Das erste Fun-Turnier

Im März 2016 hatte ich dann mal Lust mit Neli auf ein Fun-Turnier zu gehen. Wir waren zwar nicht die schnellsten beim Training aber immer Fehlerfrei. Deshalb nutzten wir die Neueröffnung des Hundezentrums in Dorsten um an deren Fun-Turnier teilzunehmen. Wir hatten einen tollen ersten Lauf, der uns den 3. Platz bescherte. Vom Jumping sprechen wir an dieser Stelle besser nicht, da hatte Neli nämlich keinen Bock mehr und das sah man dann auch im Parcours. Der Tag war sehr lang und anstrengend und alles andere als schön. Weshalb ich beschloss mit Neli nie mehr auf Turniere zu fahren. Es war einfach keine schöne Erfahrung.  Das war dann auch der Grund warum ich beschloss mit Neli keine Begleithundeprüfung zu laufen.

Da Neli und ich zu diesem Zeitpunkt schon Mitglieder im Agility Verein waren, durften wir auch an deren Friends Cup teilnehmen. Ein Turnier wo Verein gegen Verein antritt. Auch ohne bestandene Begleithundeprüfung. Und dieses Turnier war das komplette Gegenteil von dem was wir in Dorsten erlebt hatten. Wir hatten so viel Spaß, haben viel gelacht und sind auch garnicht schlecht gelaufen. Nur für eine Platzierung hatte es noch nicht gelangt.

Nach diesem Tag sprach ich mit meinem Freund ob ich die BH nicht doch machen soll. Sprach auch mit diversen Vereinsmitgliedern und meiner Trainerin. Alle sagten ich solle die BH verdammt nochmal laufen. Also schlief ich nochmal eine Nacht drüber und meldete mich dann für die Prüfung an.

Keine Leckerli mehr

Beim Training merkte ich, dass Neli nur durch Leckerli motiviert nicht richtig Tempo aufnahm. Wir liefen zwar immer schön durch den Parcours doch das Schnelligkeitsproblem hatten wir noch nicht gelöst. Also bekamen wir den Tipp ein Spielzeug zu kaufen, was ausschließlich fürs Agi gedacht ist. Dieses Spieli bekommt Neli auch wirklich nur beim Agi und sonst nicht. Und was soll ich sagen? Neli ist teilweise so schnell, dass ich nicht hinterher komme. Was für ein Spielzeug benutzen wir? Da Neli richtig Ball bekloppt ist, musste es natürlich etwas rundes sein. Da ich bei vielen Agility Sportlern den berühmten Gitterball gesehen habe, wollte ich den auch ausprobieren. Und Neli fährt voll drauf ab. Es ist halt etwas ganz besonderes, wenn es den Ball nur auf dem Platz gibt, also muss es ja was ganz tolles sein dem Ding im Parcours hinterher zu jagen. Und so langsam sind wir garnicht mehr so langsam!

Wie geht es weiter?

Am 06.08. haben wir nochmal ein Fun-Turnier zusammen mit 2 anderen aus unserem Verein und dann wirds ernst. Unseren ersten Start in der A1 haben wir am 21.08.2016 beim Radschläger Cup in Düsseldorf. Also noch genug Zeit zum trainieren. Das restliche Jahr habe ich mit 1 Turnier im Monat verplant. Das reicht uns auch. Wir haben beide viel Spaß bei diesem Sport und ich habe auch gemerkt, dass die Bindung dadurch viel stärker geworden ist.

Ich kann diesen Sport wirklich jedem ans Herz legen. Auch wenn es nur als Auslastung für den Hund in der Freizeit dient. Es macht einfach riesigen Spaß und ich hoffe wir können es noch lange Jahre machen!

 

2 Gedanken zu „Häschen Hüpf“

  1. Wow, was für ein toller Bericht! Fun-Agility haben meine Vierbeiner und ich noch nie ausprobiert, aber es hört sich ja wirklich klasse an! Bei den Aktivitäten, die ich mit meinen Hunden mache, kommt es mir besonders auf das ‚Teamwork‘ von Zwei- und Vierbeinern an und das ist doch beim Fun-Agility bestimmt ganz wichtig, oder?

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